"Vielfalt für die Zukunft bewahren“ ist nicht nur das Motto der Deutschen Genbank Rhododendron, sondern steht für das erklärte Ziel der gesamten Deutschen Genbank Zierpflanzen (DGZ). Pflanzensammlungen sollen als pflanzengenetische Ressource auch für kommende Generationen erhalten, nutzbar und sichtbar gemacht werden und bleiben.
Hierfür setzen sich neben der Deutschen Genbank Rhododendron auch die Deutsche Genbank Rose, die Genbank für samenvermehrte Zierpflanzen und die Genbank für vegetativ vermehrte Zierpflanzen mit ihren spezifischen Teilnetzwerken (Ericeae, Hydrangea, Lilium, Magnolia, Pelargonium) sowie das Netzwerk Pflanzensammlungen ein.
Anlässlich des jährlich stattfindenden Treffens der Deutschen Genbank Rhododendron kamen am 20. August Mitglieder und Interessierte im Park der Gärten in Bad Zwischenahn zusammen. Neben einer aufschlussreichen Führung durch die Vielfalt der Freilandrhododendren mit dem gärtnerischen Leiter Björn Ehsen, gab es auch dieses Jahr die Möglichkeit Neuigkeiten aus den verschiedenen Sammlungen zu hören und sich auszutauschen.
So berichtete Michael Knaack (Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten, HBLFA) von der historischen Azaleensammlung im Belvedere. Die Sammlung wird in Schönbrunn erhalten und umfasst ca. 130 Sorten. Einige Exemplare sind um die 170 Jahre alt. Jährlich findet eine Azaleen- und Kamelien-Ausstellung statt, bei der auch die beeindruckenden Exemplare von 3 - 4m Durchmesser zu bestaunen sind. Die ausgestellten Pflanzen werden regelmäßig alle paar Wochen ausgewechselt und verbringen dann den Sommer in großen Schattenhallen. Neben Azaleen und Kamelien sind vor Ort diverse historische Sammlungen zu sehen, unter anderem Carnivore, Orchideen und Palmfarne. Auch die „älteste Topfpflanze der Welt“, eine über 600 Jahre alte Fockea capensis aus Südafrika, befindet sich im Schönbrunner Bestand.
Die Partner berichteten von gemischten Tendenzen im Bereich Rhododendron. Sie sehen sich zunehmend mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert; vor allem die heißen, trockenen Sommer machen vielen Sammlungen zu schaffen, indem sie einen erhöhten Bewässerungsaufwand sowie Umstellungungen in der Sammlungszusammensetzung erfordern. Auch dringend benötigter Gärtnernachwuchs ist schwer zu finden. Trotz aller Herausforderungen gibt es aber auch positive Entwicklungen. So berichtete die Baumschule Bruns, die im nächsten Jahr das 150-jährige Bestehen des Familienunternehmens feiert, dass züchterisch an einem zukunftsfähigen Sortiment gearbeitet werde und die Sparte weg vom überholten „Moorbeetpflanzen-Image“ in neue Richtungen gelenkt werden solle.
Dr. Daniela Christ (Bundessortenamt) informierte über den aktuellen Stand und die geplante Weiterentwicklung der Datenbank zur Deutschen Genbank Rhododendron. Aktuell sind in der umfangreichen Datenbank Informationen, Beschreibungen und Bilder zu knapp 4.000 Genbank-Sorten und rund 360 botanischen Arten öffentlich verfügbar. Mit ihren vielen Such- und Filteroptionen stellt die Datenbank nicht nur für Sammler damit ein nützliches Werkzeug für Recherche, Züchtungs- und Erhaltungsarbeit dar.
Katja Näthke (Bundessortenamt) berichtete zu Neuigkeiten aus der Deutschen Genbank Zierpflanzen und begrüßte in diesem Zusammenhang den Park der Gärten als neuesten Partner des Teilnetzwerks Ericeae.
Zudem wurden neue Sammlungen in der Datenbank der DGZ veröffentlicht. So ist mit der Aufnahme der Hydrangea-Sammlung der Fachhochschule Erfurt der Datenbankbestand des Teilnetzwerks Hydrangea auf insgesamt knapp 500 Akzessionen erweitert worden.
Weitere Partnerinnen und Partner, die mit ihren Sammlungen oder ihrem Fachwissen bei der Bewahrung der Rhododendron-Vielfalt mitwirken möchten oder sich in einer der anderen Genbanken oder dem Netzwerk Pflanzensammlungen engagieren wollen, sind herzlich willkommen.
Informationen zur Genbank Rhododendron finden Sie auf der Seite des Bundessortenamtes.




