Am 12. August 2025 fand am JKI-Standort Quedlinburg das Jahrestreffen des Netzwerks Pflanzensammlungen statt. Es wurde sinnhaft kombiniert mit dem halbjährlichen Treffen des Teilnetzwerks (TNW) Pelargonium der Deutschen Genbank Zierpflanzen (DGZ), das vom JKI-Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen koordiniert wird.
Vormittags wurden die Teilnehmenden durch Stefanie Hahn (JKI-Referat Kommunikation) über die vielfältigen Aufgaben und Forschungsinhalte des JKI informiert. Dann stellte Dr. Sylvia Plaschil in ihrer Funktion als Koordinatorin des TNW die Aufgaben und Sammlungen des TNW Pelargonium, die weiteren Mitwirkenden sowie die eigene Forschung zu der Zierpflanze vor. Katja Näthke vom Bundessortenamt fasste die aktuellen Meldungen aus dem Netzwerk Pflanzensammlungen und der DGZ wie z.B. den Sammlungsbestand und Datenbankausbau zusammen. Im Anschluss führte Hartmut Klein von der IG Saatguttradition durch die bemerkenswerte Saatzuchtgeschichte Quedlinburgs. Die Einrichtung des Züchterpfades und der Erhalt von diversen Sehenswürdigkeiten, Exponaten und Dokumenten gehört zu den Kernaktivitäten der gemeinnützigen Interessengemeinschaft, der auch das JKI angehört. Personen, die schon am Vorabend angereist waren, nutzten die Gelegenheit, auf dem Quedlinburger Züchterpfad auf den Spuren der Saatzuchtgeschichte zu wandeln, auch hier bereits unter der kundigen Anleitung durch Herrn Klein.
Am Nachmittag zeigte Dr. Janine König (Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen) im Labor einen Wirksamkeitstest von Biobeize gegen pilzliche Pathogene. Am Blickfang Sonnenblumenfeld (EU-Projekt HelEX) erläuterte Christoph Kartheuser (Institut für die Sicherheit biotechnologischer Verfahren bei Pflanzen), mit welchen Methoden in der Biodiversitätsforschung sich die Präferenz von Insekten, hier speziell Hummeln, für bestimmte Sonnenblumensorten bestimmen lässt. Darüber hinaus erläuterte er für Sonnenblumen zu etablierende In-vitro-Kulturtechniken wie die Protoplastenfusion. Als letzte Station wurde die umfangreiche JKI-Pelargoniensammlung besichtigt inklusive Duftproben. Da es zu allen Themen angeregte Diskussionen gab, war die Zeit für die Führung gefühlt viel zu knapp bemessen …
Im Anschluss stand dann ausschließlich die Pelargonie im Mittelpunkt. Alle Mitwirkenden im TNW tauschten sich zu ihren Sammlungen, Aktivitäten, dem Sichtungsanbau sowie der Dokumentation der Sammlungsbestände in der frei zugänglichen Datenbank aus. Diese halbjährlichen Treffen, online oder Hybrid, sind offen für alle Interessierten. Höhepunkt für die leidenschaftlichen Sammlerinnen und Sammler war die Abgabe von Pelargonien-Stecklingen aus dem Genbankbestand. Das Feedback zur Veranstaltung und zum JKI als Gastgebereinrichtung war rundum positiv.
Weiterführende Informationen
Netzwerk Pflanzensammlungen
https://www.bundessortenamt.de/bsa/pflanzengenetische-ressourcen/deutsche-genbank-zierpflanzen/netzwerk-pflanzensammlungen
TNW Pelargonium
https://www.julius-kuehn.de/genbanken-und-genetische-ressourcen
https://www.bundessortenamt.de
IG Saatguttradition und Quedlinburger Züchterpfad
https://khv-quedlinburg.de/index.php/saatguttradition/ig-saatguttradition
https://saatzuchtgeschichte.khv-quedlinburg.de/
EU-Projekt HelEX
https://www.julius-kuehn.de/ex_anwendung/FoPro/projectprofile.php?id=3990&lang=de
Textquelle: Dr. Sylvia Plaschil
Fotoquelle: Gruppenfoto beim JKI: Denise Brocka, alle anderen Fotos: Dr. Sylvia Plaschil




