Retten Sie Pflanzenvielfalt! – Das Netzwerk Pflanzensammlungen startet in den Herbst.
Ab sofort startet das Netzwerk Pflanzensammlungen, ein Projekt der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (DGG). Das Netzwerk Pflanzensammlungen macht private Pflanzensammlungen in Deutschland ausfindig, die von Pflanzensammlern und Pflanzenliebhaber-Gesellschaften bewahrt werden. Mit einbezogen werden auch Raritätengärtnereien und professionelle Züchter, die sich der Züchtung besonderer Arten und Sorten widmen und jährlich Neuheiten auf den Markt bringen. Häufig finden sich gerade in privaten Gärten, in Raritätengärtnereien oder bei privaten Sammlern verborgene Schätze aus unterschiedlichsten Regionen der Erde und Epochen wieder. In vielen Pflanzensammlungen werden Pflanzen kultiviert, die die letzten ihrer Art sind.
Damit das Erbe und „Kulturgut Pflanze“ auch für zukünftige Generationen bewahrt wird, ruft der Präsident der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft, Karl Zwermann, alle Sammler und Pflanzenliebhaber-Gesellschaften dazu auf, sich am Netzwerk Pflanzensammlungen zu beteiligen: „Jeder einzelne Pflanzensammler zählt, um die lebendige Zierpflanzenvielfalt in unseren Gärten zu sichern und zu bewahren.“
Dazu der Lilien- Sammler Stefan Strasser, Lilien-Arche Erlangen: „Ich mache mich für das Netzwerk Pflanzensammlungen stark, damit wir eine große Vielfalt bewahren können, die sonst verloren ginge. Wenn ich heute Fachliteratur über Lilien studiere, kann ich viele der dort beschriebenen Arten nicht mehr auf dem Markt finden. Gemeinsam können wir etwas gegen das Verschwinden wertvoller Lilien- Arten unternehmen und zum Beispiel das einzigartige, unter Schutz stehende Ackerfeuerlilien-Vorkommen in Govelin unterstützen.“
Doch was wird später einmal aus einer Sammlung, wenn sich kein Nachfolger findet? Was passiert dann mit alten und historischen Sorten, oder vor dem Aussterben bedrohten Wildarten, die häufig nur noch in privaten Sammlungen zu finden sind? Das Netzwerk Pflanzensammlungen koordiniert alle Anfragen und bringt den Kreislauf in Schwung: Über die Vergabe von Patenschaften für gefährdete Sammlungen und über den Aufbau eines Tauchnetzwerkes können seltene Sammlungen an mehreren Standorten gespiegelt und dauerhaft erhalten werden. Melden Sie sich bei:
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,wenn Sie eine Patenschaft übernehmen wollen oder auf der Suche nach einem Paten sind.
Unterstützende Lösungen für die Arbeit des Netzwerk Pflanzensammlungen bietet auch die BundesArbeitsgemeinschaft PflanzenSammlungen (BAPS) unter der Leitung von Lüder Nobbmann, die sich bereits zum 4. Mal, diesmal am 17.9.2011 im Pfarrgarten Saxdorf (Brandenburg) trifft. Hier tauschten sich Sammler unterschiedlicher Pflanzenarten, Pflanzenliebhaber-Gesellschaften, Züchter, Vertreter aus Wissenschaft und der Verband Botanischer Gärten aus, um über den Aufbau eines tragfähigen und nachhaltigen Netzwerkes zu diskutieren. Als Vorbild sieht die BAPS die „National Council for the Conservation of Plants“ in England, dort kümmern sich private Netzwerke um die Sammlungen und erklären besondere Sammlungen zu nationalen Pflanzensammlungen.
Eine weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit verbindet das Netzwerk Pflanzensammlungen mit der „Deutschen Genbank Zierpflanzen“. Diese ist ein dezentrales Genbanknetzwerk, in dem Institutionen und Akteure mit wichtigen Zierpflanzensammlungen gemeinsam das nationale Inventar dieser genetischen Ressourcen für zukünftige Generationen erhalten. Es wird vom Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) der der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) koordiniert.
Zurzeit baut das Netzwerk Pflanzensammlungen eine Pflanzendatenbank auf, in der alle Zierpflanzen (Wildarten und Kulturformen) erfasst werden können. Mit Hilfe einer einfachen Suchfunktion können alle eingetragenen Pflanzen und Sammlungen ausfindig gemacht werden können. Mit dem Eintrag in die Pflanzendatenbank helfen alle Netzwerkakteure, diese weiter aufzubauen und damit Pflanzenvielfalt zu dokumentieren.
Das Netzwerk Pflanzensammmlungen fordert alle Pflanzensammler auf, die Gartentür zu öffnen und die eigene Sammlung im Netzwerk Pflanzensammlungen anzumelden! Die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft hat ein Spendenkonto zur Unterstützung für das Netzwerk Pflanzensammlungen eingerichtet:
Bankverbindung:
Volksbank eG Konstanz
Konto: 214 299 003
BLZ 692 910
Kontakt:
Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V:
Netzwerk Pflanzensammlungen
Projektleiterin
Bettina de la Chevallerie
Tel: 030/2803427
Fax: 030/2803426
e-Mail:
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web: www.netzwerkpflanzensammlungen.de