Zum vierten Mal fand die von Bundespräsident Joachim Gauck und Deutscher Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Park des Schlosses Bellevue ausgerichtete „Woche der Umwelt“ statt. In einer über 3.000 Quadratmeter großen Zeltstadt präsentierte die BLE den 15.000 Besuchern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zukunftsweisende Umwelt- und Naturschutzprojekte, und auch das Netzwerk Pflanzensammlungen hatte Gelegenheit sich vorzustellen.
Bundesministerin Aigner am BLE-Stand
Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner zählte zu den Besuchern des BLE-Standes. Dort erklärte BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden gemeinsam mit den anwesenden Projektnehmern die präsentierten Projekte zur Forstwirtschaft, zum reduzierten Pflanzenschutzmitteleinsatz und zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
Bundespräsident Gauck: „Nachhaltigkeit bedeutet nicht Verzicht“
„Ich bin überzeugt: Es gibt keinen besseren Nährboden für unsere Ideen und Problemlösungen als unsere offene Gesellschaft mit offenen Märkten und freiem und fairem Wettbewerb. Dringlich ist es, einen verlässlichen politischen Rahmen zu setzen und zwar so, dass Schädliches vermieden und Gewünschtes erreicht wird. Marktwirtschaftliche, wachstumsfreundliche Umweltpolitik heißt für mich, dass Kosten für Umweltbelastungen und Umweltrisiken den Verursachern in Rechnung gestellt werden, und nicht den Steuerzahlern. Und dass umweltfreundliche Produktion sich für Unternehmen im Wettbewerb auszahlt“, sagte Deutschlands Staatsoberhaupt Joachim Gauck in seiner Eröffnungsrede.
Einen weiteren kleinen, aber nicht unbedeutenden Schritt nach vorne habe die internationale Staatengemeinschaft Ende vergangenen Jahres in Durban getan, nämlich sich endlich auf den Weg zu machen zu einem globalen Klimaabkommen ab dem Jahr 2020. Der Bundespräsident betonte: „Alle führenden Industrienationen in Europa und weltweit, alle müssen bereit sein, diesen Weg mitzugehen! Deutschland ebenso wie die USA, Japan, Kanada, China und Indien. Wer hier bremst, um sich einen kurzfristigen Vorteil zu verschaffen, schadet langfristig sich selbst und ganz gewiss allen anderen. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Erkenntnis durchsetzt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht Beschränkung oder Verzicht, sondern Verantwortung und Vernunft. Die Menschheit, das menschliche Leben, jedes Leben kann sich auf dieser Erde nur im Einklang mit der Natur entfalten, nicht gegen sie. Sonst zerstört es sich selbst. Langfristig ist deshalb auch ökonomisch nur sinnvoll, was ökologisch vernünftig ist.“
Hochkarätiges Rahmenprogramm
In fast 100 Foren diskutierten 400 Experten zusätzlich Fragen rund um Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Ressourcen-, Klima- und Naturschutz, Mobilität, aber auch Tourismus, Freizeit und Sport, Ernährung, Bauen und Wohnen. Die Projektpräsentationen im Park von Schloss Bellevue gaben einen Überblick über die Breite und Vielfalt der Arbeiten aus Umwelttechnik, -forschung, -bildung und Naturschutz und verdeutlichten, dass es sich dabei um ein wichtiges Zukunftsthema handelt, das für Deutschland von großer Bedeutung ist.